::STURZ IM KRANKENHAUS II::
Bildzeitung vom 30.07.2008 - STURZ IM KRANKENHAUS II -
|
In Klinik gestürzt! Oma (77) will 85 000 Euro Marl – Arme Oma Erika, allein der Anblick tut schon weh… Sie konnte sich kaum auf den Beinen halten, wurde vom Klinikpersonal einfach im Stich gelassen, sagt sie – und stürzte voll aufs Gesicht. Jetzt sieht Oma Erika (77) aus wie nach einem 12-Runden-Boxkampf. Erika G. hatte Ärger mit ihrer neuen Hüfte. Sie wurde deshalb in einer Hertener Klinik behandelt, um Verwachsungen entfernen zu lassen. Nach der OP ging es ihr gut. Doch dann passierte in Zimmer 629 ein Unglück. Erika G. bekam Spritzen in die Wirbelsäule. Danach zog ihr die Schwester einen der Stützstrümpfe an. Die Oma zu BILD: „Die Krankenschwester wurde zu einer anderen Stelle gerufen. Den zweiten Strumpf würde ich schon alleine schaffen, sagte sie. Nach der Spritze merkte ich aber, wie mein Bein taub wurde. Ich habe es versucht, bin mit dem Gesicht auf die Tischkante geknallt.“ Das Gesicht schwoll an. Oma G. schrie um Hilfe, kam sofort in die Ambulanz. Das Ergebnis: ein riesiger Bluterguss, ein so genanntes „Brillen-Hämatom“ im Gesicht. Seitdem hat Oma Erika Kopfschmerzen und Schlafstörungen. Das Opfer traurig zu BILD: „Entschuldigt hat sich keiner…“ Bild konfrontierte die Klinik mit dem Fall. Geschäftsführer Matthias Voegt (39): „Die Patientin ist gestürzt, das ist so. Allerdings sehen wir da bei uns kein Verschulden.“ Ihr Anwalt ist Arzthaftungsexperte Stefan Hermann (42) aus Marl, der die Klageschrift verfasst: „Wir werden Schadensersatz und Schmerzensgeld in Höhe von 85000 Euro geltend machen.“ Das Essener Landgericht muss später entscheiden, ob an Oma Erika gezahlt wird oder nicht.
|

